Nachhaltigkeit

Ein Quartier als Pionier ausgezeichneter Nachhaltigkeit

Die Stararchitekten Renzo Piano und Christoph Kohlbecker haben mit dem Großprojekt „Potsdamer Platz“ weltweit neue Maßstäbe in punkto Nachhaltigkeit gesetzt. Für den Einsatz von gesundheits- und umweltgerechten Baustoffen, den Verzicht auf Klimaanlagen, die Nutzung von Regenwasser für die Wasserversorgung sowie für die zentrale Mülltrennung erhielt der Potsdamer Platz als eines der ersten Stadtquartiere die DGNB-Nachhaltigkeitszertifizierung.

Für eine umweltfreundliche Versorgung wurden dafür bereits in der Bauphase zahlreiche Maßnahmen ergriffen. So reduziert beispielsweise ein effizientes Lüftungs- und Fassadensystem den Einsatz von Primärenergie um ca. 50 Prozent. Das über Dachflächen gesammelte Regenwasser, welches u.a. für die Bewässerung von Außenanlagen und Toilettenspülungen genutzt wird, spart rund 20 Millionen Liter Trinkwasser pro Jahr.

Ein unterirdisches Ver- und Entsorgungszentrum hält den Platz oberirdisch frei von Lieferverkehr. Insgesamt verringert sich dadurch der Kohlendioxidausstoß im Vergleich zu einer herkömmlichen Versorgung um nahezu 70 Prozent. Zudem besitzt das Areal ein urbanes Gewässer in Form eines Sees als gezielt angelegtes Biotop mit einer Fläche von ca. 1,3 Hektar, in dem sich inzwischen eine Vielzahl von Organismen und Wasservögeln angesiedelt hat.

Als eines der ersten Stadtquartiere der DGNB-Geschichte wurde am 5. Oktober 2011 das Quartier Potsdamer Platz mit dem DGNB Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen ausgezeichnet. Das Quartier erhielt im Rahmen der Expo Real 2011 in München das Zertifikat für nachhaltige Stadtquartiere in Silber.

Das 1998 fertig gestellte Quartier erfüllt somit alle Nachhaltigkeits-Kriterien, denen bisher Neubau-Quartiere entsprechen mussten. Der Potsdamer Platz wurde folglich gemäß Nutzungsprofil „Neubau gemischte Stadtquartiere, Version 2011“ bewertet. Hierbei sind sowohl Nachhaltigkeits-Kriterien wie Gewässer- und Bodenschutz und ressourcenschonende Infrastruktur als auch soziokulturelle Kriterien wie die Aufenthaltsqualität in öffentlichen Räumen und Lärmschutz maßgeblich. Ebenfalls bei den Untersuchungen zu ökonomischen Eigenschaften wie der Lebenszykluskosten, der Flächeneffizienz und der Wertstabilität konnte das Quartier überzeugen

dgnb

 Foto Credit: Vincent Mosch