Architekten

Ein Team aus internationalen Stararchitekten

Der Potsdamer Platz ist das Ergebnis umfangreicher Wettbewerbe, Entwürfe und Planungen. Die 19 Gebäude auf dem Areal sind nach den Ideen eines internationalen Architektenteams unter der Leitung des Italieners Renzo Piano entstanden. Piano zeichnete unter anderem für das Centre Pompidou in Paris und das New York Times Building verantwortlich. Mit dem Potsdamer Platz wollte Renzo Piano ein europäisch anmutendes Stadtquartier schaffen. Dabei prägte er das Erscheinungsbild des Potsdamer Platzes unter anderem durch die von ihm entworfenen Terrakotta-Fassaden. Renzo Pianos und Christoph Kohlbecker konnten darüber hinaus weitere namhafte Architekten für die anspruchsvollen Aufgaben gewinnen. So ließen auch folgende Architekten den Potsdamer Platz zu einem Erfolgskonzept werden:

Arata Isozaki

Der japanische Architekt Arata Isozaki (geboren 1931) studierte an der Universität Tokio bei Kenzō Tange. 1963 gründete er sein eigenes Architekturbüro unter dem Namen Arata Isozaki & Associates, welches die Basis für sein kreatives Schaffen bildet. Mit all seinen Bauten, die er weltweit entwarf, entwickelte Isozaki eine Formsprache, die japanische Traditionen mit postmodernen und manieristischen Einflüssen der westlichen Welt vereint. Neben seiner Profession als freischaffender Architekt hält er außerdem Vorlesungen an renommierten Universitäten und ist Autor mehrerer Publikationen.

Zu seinen bekanntesten Bauten zählen unter anderem das Museum of Contemporary Art in Los Angeles, die Multifunktionsarena Palau Sant Jordi in Barcelona oder das Team Disney Building in Florida. Für das Quartier Potsdamer Platz entwarf Arata Isozaki die Berliner Volksbank.

Christoph Kohlbecker

Christoph Kohlbecker wurde 1935 in Gaggenau geboren und studierte Architektur an der Universität Karlsruhe bei Egon Eiermann. Seit 1959 arbeitet er als selbständiger Architekt und ist Inhaber des Architekturbüros Kohlbecker | Architekten & Ingenieure. Bekannt wurde Kohlbecker als Architekt von Industrieanlagen und öffentlichen Bauten wie Schulanlagen, Verwaltungsgebäuden, Mehrzweckhallen, Wohnsiedlungen etc. Im Jahr 1984 wurde Kohlbecker als Lehrbeauftragter für „Planung von Fabrikanlagen“ an die Technische Universität Karlsruhe berufen und lehrte dort von 1996 bis 2005 als Honorarprofessor.

Zu seinen weltweit bekannten Bauwerken zählen beispielsweise zahlreiche Werkanlagen der Daimler AG, die Werkanlagen der Heidelberger Druckmaschinen in Amstetten sowie das Logistikzentrum der Tchibo GmbH in Zarrentin. Gemeinsam mit Renzo Piano plante Kohlbecker die Bebauung des Quartiers Potsdamer Platz.

Hans Kollhoff

Hans Kollhoff wurde 1946 in Thüringen geboren und studierte Architektur an der Universität Karlsruhe bei Egon Eiermann sowie an der Universität Wien. Nach seinem Diplom 1975 war er Stipendiat an der Cornell University New York und assistierte dort bis 1978 Oswald Mathias Ungers. Anschließend gründete er sein eigenes Architekturbüro „Kollhoff Architekten“, das er seit 1984 zusammen mit Helga Timmermann führt.
Kohlhoff ist vorwiegend für seine Büro-, Geschäfts- und Wohnungsbauten bekannt. Gemeinsam mit Helga Timmermann prägte er unter anderem das Berliner Stadtbild mit Projekten wie beispielsweise dem städtebaulichen Entwurf für den Alexanderplatz, den Leibniz-Kolonnaden am Walter-Benjamin-Platz sowie dem POTSDAMER PLATZ 1 und dem Delbrück-Haus am Potsdamer Platz. Ebenso entstammen die Newton Bar am Gendarmenmarkt sowie das Europäische Haus am Pariser Platz den Entwürfen der Kollhoff Architekten.
Außerhalb Berlins zählen unter anderem das Main Plaza in Frankfurt am Main und das Innenministerium des Königreichs der Niederlande zu den bekanntesten Bauten Kollhoffs. Am Potsdamer Platz verewigte sich Hans Kollhoff mit dem POTSDAMER PLATZ 1.

Ulrike Lauber & Wolfram Wöhr

Ulrike Lauber wurde 1955 in Biedenkopf geboren und studierte Architektur an der TU Berlin. Nach ihrem Studium arbeitete sie von 1986 bis 1990 bei Richard Meier in New York und gründete 1990 gemeinsam mit Wolfram Wöhr ihr eigenes Architekturbüro „lauber + wöhr architekten“. Seit 2007 führt sie zusammen mit Peter Zottmann das Büro „lauber + zottmann architekten“.

Wolfram Wöhr wurde 1956 in Weißenstein geboren und studierte Architektur an der Universität Stuttgart. Nachdem er anschließend im New Yorker Architekturbüro „Gwathmey Siegel Kaufman Architects“ und bei Richard Meier in New York arbeitete, eröffnete er 1990 zusammen mit Ulrike Lauber sein eigenes Büro, das er seit 2000 mit Gerold Heugenhauser als „Wöhr Heugenhauser Architekten“ weiterführt.

Für das Quartier Potsdamer Platz realisierten Ulrike Lauber und Wolfram Wöhr gemeinsam das Wohngebäude B9 (Linkstraße/Eichhornstraße) sowie die Gebäude A2/A3 in der Potsdamer Straße, die auf engstem Raum ein Kinocenter mit Boardinghouse, Büros und ein Wohngebäude beinhalten.

Renzo Piano

Renzo Piano wurde 1937 in Genua geboren und studierte Architektur an der Universität Florenz sowie am Polytechnikum in Mailand, wo er auch als Dozent arbeitete. Zusammen mit dem Architekten Richard Rogers designte er 1970 das berühmte Centre Pompidou in Paris. Mit dem Ingenieur Peter Rice eröffnete Piano 1977 ein weiteres Büro, das seit Anfang der Achtzigerjahre nach einem Workshop-Konzept funktioniert, bei dem Experten aus unterschiedlichen Bereichen zusammenkommen und gemeinsam Bauprojekte realisieren. Seit dem Tod von Peter Rice leitet Renzo Piano das Unternehmen bis heute unter dem Namen „Renzo Piano Building Workshop“ mit Niederlassungen in Genua, Paris und New York.
Zu seinen Werken zählen berühmte Bauten wie das Zentrum Paul Klee in Bern, das Whitney Museum of Modern Art in New York oder die Fondation Beyeler in der Schweiz.

Für den Potsdamer Platz übernahm Renzo Piano zusammen mit Christoph Kohlbecker die Planung und Leitung zur Bebauung des Areals.

Richard Rogers

Der britische Architekt Richard Rogers wurde 1933 in Florenz geboren und studierte Architektur an der Architectural Association School in London. Er schloss sein Studium mit einem Stipendium an der Yale School of Art and Architecture ab. Nach dem Studium arbeitete er zunächst für das Büro Skidmore, Owings & Merrill in New York, um dann ab 1963 sein eigenes Büro in England zu eröffnen. Zusammen mit dem Architekten Renzo Piano designte er 1970 das berühmte Centre Pompidou in Paris. Im Jahr 1977 gründete Rogers ein Planungsbüro, das heute unter dem Namen „Rogers Stirk Harbour + Partners“ mit Niederlassungen in London, Sydney und Shanghai bekannt ist.

Rogers realisierte Bauten wie das Lloyd’s Building in London, den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg oder die Multifunktionsarena The O2 in London. Darüber hinaus plante er das Three World Trade Center am Ground Zero in New York, das voraussichtlich 2018 fertiggestellt wird.

Für den Potsdamer Platz entwarf Richard Rogers einen Gebäudekomplex aus drei Bauten, der auch als Roger-Twins bezeichnet wird.