Berliner Festspiele / Martin-Gropius-Bau

Prozession (Detail), Simbabwe, Chinamora, Massimbura , 8.000-2.000 v. Chr. © Frobenius-Institut Frankfurt am Main
Prozession (Detail), Simbabwe, Chinamora, Massimbura , 8.000-2.000 v. Chr. © Frobenius-Institut Frankfurt am Main

21. Januar – 16. Mai 2016
Kunst der Vorzeit. Felsbilder aus der Sammlung Frobenius

“Die Kunst des 20. Jahrhunderts steht bereits unter dem Einfluss der großen Traditionen der prähistorischen Felsbilder”
Alfred Barr, Direktor des Museum of Modern Art (MoMA), 1937

Die Felskunst ist die älteste überlieferte Form künstlerischen Schaffens der Menschheit. Oft an unzugänglichen Orten, in Höhlen oder Wüsten zu finden, wurden diese geritzten oder gemalten Bilder einer breiten Öffentlichkeit in den europäischen und amerikanischen Metropolen in Form von großformatigen gemalten Kopien bekannt. Etwa 100, oft großformatige und wandfüllende Felsbildkopien des Frobenius-Institutes sowie fotografisches und archivalisches Material werden zu sehen sein. Über die abenteuerliche Entstehungsgeschichte dieser Kopien der Felsbilder wird berichtet. Die Felsbilder entstanden in Europa, der zentralen Sahara, den Savannen Zimbabwes oder dem australischen Outback. Welche Wirkung diese Bilder auf die Moderne hatte und wie sie Künstlerinnen und Künstler inspirierten, sind auch Themen dieser Ausstellung.

Veranstalter: Berliner Festspiele / Martin-Gropius-Bau. Eine Ausstellung des Frobenius-Instituts an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. In Zusammenarbeit mit dem Martin-Gropius-Bau.

Günter Brus, Wiener Spaziergang, 5. Juli 1965 Innenstadt, 1010 Wien © BRUSEUM / Neue Galerie Graz, Universalmuseum Joanneum; Foto: Ludwig Hoffenreich
Günter Brus, Wiener Spaziergang, 5. Juli 1965 Innenstadt, 1010 Wien © BRUSEUM / Neue Galerie Graz, Universalmuseum Joanneum; Foto: Ludwig Hoffenreich

12. März – 6. Juni 2016
Günter Brus. Störungszonen

Seit Günter Brus (geb. 1938) mit dem Wiener Spaziergang 1965 als „Aktionist“ in der Öffentlichkeit auftrat, hat er ein mannigfaches Œeuvre erarbeitet: Zeichnungen, Gemälde, Aktionen, Bild-Dichtungen. Der Maler, der im Informel begann, hatte sich mit seiner Aktionskunst in den 1960er Jahren von der Leinwand gelöst. Sein Körper wurde zum Thema. Wegen einer seiner Aktionen musste er 1969 aus seiner Heimat Österreich fliehen. In West-Berlin fand er damals ein neues Zuhause. Unter dem Titel „Störungszonen“ ist sein Gesamtwerk nun erstmals in Berlin zu sehen. Drei Werkblöcke stehen dabei im Mittelpunkt: Wiener Aktionismus, seine Berliner Jahre sowie seine Freundschaftsbilder.

Veranstalter: Berliner Festspiele / Martin-Gropius-Bau. Eine Ausstellung der Nationalgalerie-Staatliche Museen zu Berlin und des Martin-Gropius-Bau in Zusammenarbeit mit dem „BRUSEUM / Neue Galerie Graz, Universalmuseum Joanneum“. Ermöglicht durch den Verein der Freunde der Nationalgalerie. Mit freundlicher Unterstützung des Kulturressorts des Landes Steiermark und des Österreichischen Kulturforums Berlin. Kuratorin: Britta Schmitz

Lee Miller, Brandschutzmasken, London, England, 1941 © Lee Miller Archives England 2015. All Rights Reserved. www.leemiller.co.uk
Lee Miller, Brandschutzmasken, London, England, 1941 © Lee Miller Archives England 2015. All Rights Reserved. www.leemiller.co.uk

19. März – 12. Juni 2016
Lee Miller – Fotografien

Lee Miller (1907-1977) zählt zu den faszinierendsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre Kriegsfotografien gingen um die Welt und sind vielen bekannt. Das Werk der US-Amerikanerin ist aber wesentlich umfangreicher und erstreckt sich über die unterschiedlichsten fotografischen Genres: Surrealistische Arbeiten, Modestrecken, Künstlerportraits, Reisefotografien, den Zweiten Weltkrieg und seine Folgen. Ihr Handwerk lernt Miller bei Man Ray Ende der 1920er Jahre in Paris. Sie fotografiert für die Modezeitschrift Vogue und steht selbst als Modell vor der Kamera. Als Reportagefotografin zieht sie ab 1944 mit den amerikanischen Truppen durch Europa und dokumentierte mit ihrer Kamera die Schrecken des Krieges: den Angriff durch die deutsche Luftwaffe auf London, die Befreiung von Paris und die Täter und Opfer des Nazi-Regimes. In Zusammenarbeit mit der Albertina Wien zeigt der Martin-Gropius-Bau erstmals in Berlin ihr umfassendes Werk.

Veranstalter: Berliner Festspiele / Martin-Gropius-Bau.
Eine Ausstellung der Albertina Wien in Zusammenarbeit mit dem Martin-Gropius-Bau und der Lee Miller Foundation. Kurator: Walter Moser.

9. April – 26. Juni 2016
Isa Genzken: Mach dich hübsch!

Isa Genzken (1948) zählt zu den bemerkenswertesten Künstlerinnen Deutschlands. Ihr Werk hat seine Wurzeln im Medium Skulptur und zeichnet sich durch eine sich ständig entfaltende visuelle Sprache und den ungezwungenen Einsatz von Medien aus. Genzkens Werk umfasst Skulptur, Installation, Film, Video, Malerei, Werke auf Papier, Kollagen und Fotografie. In den 1970ern produzierte sie mit dem Computer entworfene Skulpturen bezogen auf den amerikanischen Minimalismus und Konzeptkunst. Die Retrospektive bietet einen dynamischen Rahmen für Genzkens unorthodoxe Vision der Welt, die uns umgibt. Die Ausstellung beleuchtet Themen wie Modernität, der menschliche Körper, Portrait, urbane Kultur und Architektur.

Veranstalter: Berliner Festspiele / Martin-Gropius-Bau. Ermöglicht durch den Hauptstadtkulturfonds. Kuratoren: Beatrix Ruf and Martijn van Nieuwenhuyzen.

Maya Skulptur
Skulptur

12. April – 7. August 2016
Die Maya. Sprache der Schönheit

Mit einer großen Sammlung an Skulpturen und Keramik behandelt die Ausstellung „Die Maya. Sprache der Schönheit“ einen grundlegenden Aspekt der prähispanischen Bildenden Kunst: den Körper. Die Maya stellten ihre Vision des Lebens mit verschiedenen Materialien und Techniken in ihren Alltags-, Prunkbauten und Gegenständen dar. So beschrieben sie ihr Verhältnis zu den Göttern, ihr tägliches Leben, ihr Schrifttum, ihre Astronomie, ihre Musik und ihre Tänze. In den Kunstwerken dominiert meist eine idealisierte Menschenfigur, mit der sie nicht nur ihr Menschenbild und Schönheitsideal, sondern auch die Verortung des Menschen im Kosmos festhielten. Von den großartigen künstlerischen Ausdrucksformen der Maya erzählt diese Ausstellung.

Veranstalter: Berliner Festspiele / Martin-Gropius-Bau.
Ermöglicht durch den Hauptstadtkulturfonds. Unterstützung durch die mexikanische Regierung.

William Kentridge and Philip Miller, Paper Music, 2014, video still from projections, © courtesy by the artist
William Kentridge and Philip Miller, Paper Music, 2014, video still from projections, © courtesy by the artist

12. Mai – 21. August 2016
NO, IT IS! William Kentridge

Der Südafrikaner William Kentridge gehört zu den international bedeutenden zeitgenössischen Künstlern. Er ist nicht nur bildender Künstler, sondern auch Filmemacher, Regisseur und ein großer Erzähler. Seit mittlerweile mehr als drei Jahrzehnten bewegt sich sein umfassendes Schaffen durch unterschiedliche künstlerische Disziplinen. Sein interdisziplinäres Gesamtwerk wird erstmals von den Berliner Festspielen präsentiert.

In seiner Performance-Reihe „Drawing Lessons“ erzählt der Künstler von seiner speziellen Art zu arbeiten und aus seinem politischen Umfeld von der Apartheid bis heute. Die „Drawing Lessons“, die William Kentridge in einem Marathon selbst aufführen wird, sind autobiographische Lectures, hybride Kunstwerke zwischen Theater, Film und Zeichnung und Quintessenz seiner transdisziplinären Arbeitsweise und der Nucleus des in Berlin präsentierten Werkes. Sie bildet den Ausgangspunkt für die große Solo-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau, die entlang dieser autobiographischen, künstlerischen und politischen Erzählung Werke und Themen seines Oeuvres von den Anfängen bis heute versammelt.
Im Haus der Berliner Festspiele im Rahmen des Festivals Foreign Affairs und im Martin-Gropius-Bau wird William Kentridge sowohl seine performativen Arbeiten als auch sein bildnerisches Werk präsentieren. Das Spektrum der Arbeiten reicht von den frühen Zeichnungen über die berühmten Méliès- und Soho-Animationsfilme, Raum-Installationen (wie dem documenta-Projekt „The Refusal of Time“) bis hin zu Großprojektionen, wie der viele Meter langen Filmarbeit „More Sweetly Play the Dance“, die im Martin-Gropius-Bau und an der Fassade des Hauses der Berliner Festspiele zu sehen sein wird. Theatrale Arbeiten – vom Schubertliederabend „Winterreise“ über seine Arbeiten mit der Handspring Puppet Company bis zur Kammeroper – bespielen den Martin-Gropius-Bau genauso wie das Haus der Berliner Festspiele.
William Kentridge wurde 1955 in Johannesburg geboren, begann zunächst für vier Jahre ein Studium der afrikanischen Politik und wechselte dann zu den Künsten: Anschließend studierte er freie Kunst an der Johannesburg Art Foundation und Schauspiel und Theaterwissenschaften an der École Jacques Lecoq in Paris. Seit den späten 1970er Jahren lebt und arbeitet Kentridge in Johannesburg.

Die Berliner Festspiele bieten zum Themenschwerpunkt William Kentridge verschiedene Ticketformate an.
Der Online-Verkauf für die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau beginnt ab sofort. Der Vorverkauf für die performativen Aufführungen beginnt am 1. März. Mehr unter www.berlinerfestspiele.de/ticket ab dem 1. März 2016

Veranstalter: Berliner Festspiele / Martin-Gropius-Bau.
Die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau wird ermöglicht durch den Hauptstadtkulturfonds. Die performativen Aufführungen werden ermöglicht durch die Kulturstiftung des Bundes.

Tokamak Asdex Upgrade Interior 2, Max Planck IPP, Garching 2009, © Thomas Struth
Tokamak Asdex Upgrade Interior 2, Max Planck IPP, Garching 2009, © Thomas Struth

11. Juni – 18. September 2016
Thomas Struth – Nature and Politics

Thomas Struth ist einer der bekanntesten Fotografen der Gegenwart. Erstmals sind seine Arbeiten im Martin-Gropius-Bau in Berlin zu sehen. Gezeigt werden etwa 35 zum Teil großformatige Fotografien aus den Jahren 2007 bis 2015. Die Motive sind industrielle Produktionsanlagen, Operationssäle und Forschungslabore, aber auch Alltagsarchitektur oder Erlebnisparks. Struth untersucht in seinen Bildern der letzten Jahre, wie Ehrgeiz und menschliche Vorstellungswelten zu räumlicher, objekthafter Wirklichkeit werden. Sachlich und nüchtern zeigen sie uns hochkomplexe Apparaturen, Strukturen und Konstruktionen, die unsere Gegenwart prägen, aber dem Blick der Öffentlichkeit meist unzugänglich sind.

Veranstalter: Berliner Festspiele / Martin-Gropius-Bau.
In Zusammenarbeit mit dem Museum Folkwang, Essen, und dem High Museum of Art, Atlanta.

Berenice Abbott, Floating Oyster Houses, South Street and Pike Slip, 1931-32 © Berenice Abbott
Berenice Abbott, Floating Oyster Houses, South Street and Pike Slip, 1931-32 © Berenice Abbott

1. Juli – 3. Oktober 2016
Berenice Abbott – Fotografien

Berenice Abbott (1898 – 1991) gilt als eine der wichtigsten Dokumentarfotografinnen Amerikas. Ihr Werkzyklus „Changing New York“ hat sie berühmt gemacht. Er entstand zwischen 1929 und 1939. Die Bildserie dokumentiert New York im Umbruch: hier die viktorianische Architektur und Cowboy-Salons, dort die Moderne mit hochaufstrebenden Wolkenkratzern und erste große Werbetafeln. Straße für Straße hat sie fotografiert. Dabei ging sie ähnlich vor wie ihr großes Vorbild Eugène Atget, der um die Jahrhundertwende das alte Paris aufnahm und den sie, in den 1920er Jahren als sie von Ohio aus nach Paris emigrierte, kennen und schätzen lernte. Sein Nachlass erwarb sie später, um ihn zu publizieren. Zwei Jahre lang war sie Man Rays Assistentin. Auf sein Anraten, begann sie zu fotografieren. Abseits des Dokumentarischen arbeitete sie auch als Wissenschaftsfotografien und als Portraitistin bekannter Künstler und Schriftsteller: Edward Hopper, James Joyce, Jean Cocteau, Sylvia Beach, Djuna Barnes ließen sich von ihr portraitieren. Mit rund 80 Aufnahmen gibt der Martin-Gropius-Bau Einblick in das Œeuvre einer großen Künstlerin.

Veranstalter: Berliner Festspiele / Martin-Gropius-Bau.
Kuratorin: Anne Morin