Das Haus der guten Taten

Seit Juli sind die Shopping Arkaden am Potsdamer Platz stolzer Standort eines sozial engagierten Geschäfts. Das Haus der guten Taten unterstützt den Verkauf von Produkten aus Werkstätten für Menschen mit Behinderungen sowie aus fairem Handel. Wer hier einkauft, tut Gutes: Der Erlös geht nicht in die private Tasche der Gesellschafter, sondern finanziert gerecht bezahlte Arbeitsplätze und nachhaltige und fair gehandelte Produkte, um Menschen auf der ganzen Welt zu helfen, ihre Familien abzusichern. Wir durften Wilfried Franz, dem Gründer des Hauses, einige Fragen stellen.

Wilfried Franz, Gründer "Haus der guten Taten"Herr Franz, toll, dass das COEO „Haus der guten Taten“ jetzt bei uns am Potsdamer Platz zu finden ist. Herzlich willkommen! Warum haben Sie sich für diesen Standort für Ihren Store entschieden?

Wilfried Franz: COEO Haus der guten Taten wurde 2010 in Berlin eröffnet. Nach vierjähriger Lernphase, wie dieses innovative Vorbild für soziales Unternehmertum erfolgreich arbeiten kann, sind wir nun offen für eine vorsichtige Expansion.

Das Einkaufszentrum des bisherigen Standorts soll neu strukturiert werden. In diesem Zusammenhang haben wir bei mehreren für uns interessant erscheinenden Einkaufszentren in Berlin angefragt, ob Interesse am COEO – Konzept bestehe. COEO ist übrigens im Jahr nach seiner Eröffnung „Store of the year“ in seiner Kategorie geworden. Dies ist die höchste Auszeichnung im Handel in Deutschland. Im Ergebnis haben drei Einkaufszentren Interesse bekundet. Bei den Shopping Arkaden am Potsdamer Platz hat dann von den Rahmenbedingungen alles am besten gepasst – z.B. gut frequentierter Standort, guter Branchenmix, professionelles Centermanagement, etc.

Wie ist die Idee zum COEO „Haus der guten Taten“ entstanden?

W.F.: Als Gründer der Spiele Max AG hatte ich schon mehrere Jahre, bevor ich Spiele Max 2008 verkauft habe, vor meinem inneren Auge nochmal mitzuhelfen, ein Filialunternehmen aufzubauen. Die ursprüngliche Frage für mich war: Ist es möglich, ein innovatives Ladenkonzept für Produkte aus Werkstätten für Menschen mit Behinderungen zu entwickeln? Um diese Idee herum hat sich sehr schnell ein Team gebildet. Schnell merkten wir, dass es qualitativ überraschend hochwertige Artikel aus den Werkstätten gibt. Aber unterm Strich waren es zu wenige Artikel. Daraufhin besuchten wir im In- und Ausland Messen für Fairtrade-Artikel. Nun war es zwar gut möglich, ein interessantes Sortiment zusammenzustellen. Aber die Fairtrade – und die Werkstätten-Branche sind beide nicht besonders innovativ. Das heißt am Anfang sind alle Kunden begeistert, aber nach wenigen Monaten sagen sie: Das sind ja immer die gleichen Artikel. Deshalb suchen wir auf normalen Konsumgütermessen nach besonderen Artikeln für unsere Zielgruppe, schwerpunktmäßig Frauen von 30 bis 60, die es nicht an jeder Ecke gibt.

Letztlich ist ja eines unserer Hauptanliegen auf gemeinnütziger Basis (kein Gesellschafter bekommt irgendwelche Gewinne) Menschen mit Behinderungen im ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Deshalb tut jeder Kunde mit seinem Kauf bei COEO etwas Gutes – weil er hilft, dies zu ermöglichen.

Sie sind gebürtiger Berliner. Welche Bedeutung hat der Potsdamer Platz für Sie?

W.F.: Als die Mauer noch stand, bin ich oft mit Besuchern am Potsdamer Platz gewesen, um von einer Aussichtsplattform auf den verödeten Todesstreifen zu schauen. Hier hat früher das Herz von Berlin geschlagen. Für mich ist es ein Wunder von Gott, dass heute hier ein so großartiger neuer Stadtteil entstanden ist.

Täglich kommen bis zu 100.000 Menschen an unseren Platz. Welche Sehenswürdigkeiten können Sie den Besuchern hier ans Herz legen?

W.F.: – Natürlich nun COEO Haus der guten Taten in den Shopping Arkaden am Potsdamer Platz.
– Das sensationelle Sony Gebäude mit seinem zeltartigen Dach und der großartigen Atmosphäre bei Veranstaltungen im Innenraum.
– Ein Blick von der Aussichtsplattform des Potsdamer Platz 1 mit dem schnellsten Aufzug Europas.
– Ich liebe die Musicals, die hier aufgeführt werden.

In Ihrem Store gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Produkten. Was genau kann man bei Ihnen finden?

W.F.: Das Sortiment ist grundsätzlich so abwechslungsreich, dass es immer wieder Neues zu entdecken gibt – insbesondere im Geschenkartikelbereich. Den größten Umsatzanteil haben die wunderbaren Kybun-Luftkissenschuhe, die COEO als einziger in Berlin führt. Wer denkt, er habe bequeme Schuhe, kennt Kybun noch nicht! Außerdem gehört Kybun einer Stiftung, so dass auch hier Gewinne verwendet werden, um Gutes zu tun.

Neben Werkstatt- und Fairtrade-Artikeln ist die Buchabteilung insofern besonders, als dass es hier die größte Auswahl werteorientierter und christlicher Bücher ganz Berlins gibt. Viele stöbern hier bei einer Tasse köstlichen Fairtrade-Kaffees. Übrigens kann man bei COEO jedes in Deutschland lieferbare Buch bestellen.

Ansonsten gibt es eine besondere Auswahl an Handtaschen und ausgewähltem Schmuck. Sehr gut entwickeln sich die Köstlichkeiten im Bereich Fairtrade-Süßwaren und Schokoladen sowie verschiedene Lebensmittel, die sich auch als nicht alltägliches Geschenk eignen.

Welche Veranstaltungen sind in der nächsten Zeit im Haus der guten Taten geplant?

W.F.: Momentan sind wir sehr mit einer EDV-Umstellung beschäftigt. Sobald diese bewältigt ist, wird es bei COEO wieder Autorenlesungen und musikalische Veranstaltungen geben.

Vielen Dank für Ihre Zeit! Gibt es noch etwas, das Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben möchten?

W.F.: Wir wünschen uns, dass immer mehr Menschen COEO entdecken und das schöne Gefühl kennenlernen, beim Einkaufen etwas Gutes zu tun!

Noch mehr Informationen gibt es unter: www.coeo-berlin.de