Das Herz der Berlinale – Am Potsdamer Platz mit Kathrin Schafroth

Kathrin Schafroth ist nicht nur neuer Head of Sponsorship der Internationalen Filmfestspiele Berlin, sondern auch nach 15 Jahren als Mitarbeiterin dieser Abteilung immer noch ein Riesenfan der Berlinale. Wir haben mit ihr im Panorama Café über das Festival, den Potsdamer Platz und ihre Begegnung mit Pierce Brosnan gesprochen.

Berlinale
Kathrin Schafroth, Head of Sponsorship bei der Berlinale

Hallo Frau Schafroth, wir freuen uns, dass Sie sich heute die Zeit genommen haben, mit uns über Ihre Arbeit am Potsdamer Platz und bei der Berlinale zu sprechen. Wir sind schon sehr gespannt: Wie sieht Ihre Arbeit bei der Berlinale aus und mit welchen Aufgaben und Herausforderungen haben Sie täglich zu tun?
Als Leiterin der Abteilung Sponsorship, kümmere ich mich mit einem Team von zehn Mitarbeitern um die Gewinnung von Sponsoren für das Festival. Wir gestalten verschiedene, spannende Ideen für Kooperationen und sorgen dafür, dass die Umsetzung reibungslos verläuft. Für uns sind die Stars des Festivals die Sponsoren. Sie sollen sich wohlfühlen und natürlich mit ihren Marken glänzen. Um die Aktivierungen der verschiedenen Kooperationen mit den Partnern umsetzen zu können, arbeiten wir sehr eng mit den anderen Abteilungen der Berlinale zusammen. Wir fungieren als Schnittstelle. Kommunikation ist das Zauberwort! Zu tun gibt es eigentlich immer etwas, denn auch bei der Berlinale gilt: Nach dem Festival ist vor dem Festival!

Das klingt nach einem sehr vielfältigen Job. Ihre Liebe zum Kino haben Sie aber schon früher entdeckt, oder?
Allerdings! Ich erinnere mich an diesen besonderen Moment, als ich als Kind den “Zauberer von Oz” sah und das Bild auf einmal von schwarzweiß zu bunt wechselte. Ein Bombast aus Farbe und Fantasie. In diesem Moment dachte ich: “Wow!” Später, nach meinem Umzug von der Schweiz nach Berlin, hat mich die Kinolandschaft hier schier überwältigt. Aus meiner Heimat war ich das so nicht gewohnt. Die Berlinale ist für mich der Schmelztiegel von all dem, was Kino für mich so besonders macht.

Und welche Rolle spielen die Sponsoren dabei konkret?
Für uns ist es besonders wichtig, dass die Sponsoren nicht nur finanziell unterstützen, sondern auch inhaltlich einen Mehrwert schaffen. Als eines der größten Publikumsfestivals der Welt haben wir natürlich auch ein besonderes Augenmerk auf unsere Fans. Das Make-Up Studio von L’Oreal Paris ist ebenso für alle Besucher zugänglich, wie auch die Audi Berlinale Lounge mit dem „Berlinale Open House“-Programm, wo Panels zu verschiedenen Themen (u.a. VR, Dokumentarfilm, Serien) sowie Konzerte von Filmpersönlichkeiten stattfinden.
Wir wollen sowohl dem Publikum und den Akkreditierten einen Mehrwert bieten, als auch unsere Partner und ihre Marken optimal präsentieren. Dafür bietet gerade der Potsdamer Platz viele Möglichkeiten. Unsere Aufgabe ist es, die Serviceangebote für Akkreditierte und Publikum stetig auszubauen. Dazu treten entweder wir mit unseren Ideen an die Unternehmen heran, wie bei den Handy-Ladestationen von Akkumat. Oder das Unternehmen kommt mit einem konkreten Vorschlag auf uns zu, wie beispielsweise Audi mit der Lounge direkt am roten Teppich. Die Audi Berlinale Lounge bietet übrigens gerade im Februar einen großen Mehrwert, wenn es draußen kalt und dunkel ist.

Kalt und dunkel – das ist wahr. Warum findet die Berlinale denn nicht einfach im Frühjahr oder Sommer statt, wenn es draußen warm und sonnig ist?
Das ist historisch bedingt und hauptsächlich dem Filmindustrie-Kalender geschuldet. Die Berlinale ist das erste große Festival im Jahreskalender und der European Film Market ist nach Cannes der zweitgrößte Filmmarkt der Welt. Da ist es ein großer Vorteil, wenn wir etwas früher dran sind als alle anderen.

Interessant! Kommen wir zurück zu Ihrer Arbeit. Worauf haben Sie bei der Auswahl der Sponsoren in diesem Jahr den Fokus gelegt?
Die meisten Partner unterstützen uns schon seit vielen Jahren. Bei der Aktivierung achten wir beispielsweise. auf ökologische Aspekte. Die Audi-Flotte für den VIP-Shuttle beispielsweise besteht ausschließlich aus dem Q7 e-tron mit Elektroantrieb. Außerdem bemühen wir uns gemeinsam mit unseren Partnern, das Müllaufkommen zu reduzieren, weshalb wir in diesem Jahr, in Zusammenarbeit mit Cup Concept, ein Pfandbecher-System für die Akkreditierten eingeführt haben.

Wo wir grad dabei sind, was bereitet Ihnen denn besonders viel Freude bei Ihrer Arbeit?
Das ist auf jeden Fall die Zusammenarbeit mit den vielen verschiedenen Menschen. Sowohl die Mitarbeiter der Partnerunternehmen, mit denen wir sehr eng und unter großen Zeitdruck zusammen arbeiten, als auch unser Team. Meine Arbeit ist so abwechslungsreich wie die Berlinale selbst. Während des Festivals begrüßen wir die Partner und ihre Gäste im Berlinale Palast und stellen sicher, dass sie sich bei den Premieren wohlfühlen. Auch im Wettbewerbsprogramm gibt es Stars und Nachwuchstalente, große Produktionen genauso wie kleinere und unbekannte Filme. Es ist diese großartige Mischung, die das Festival zu etwas Besonderem macht. Wenn die Stars über den roten Teppich schreiten und die ganze Welt zuschaut. All die Medien und das Blitzlichtgewitter, das sind Gänsehautmomente. Und wenn es dann endlich soweit ist und wir sehen, dass alles aufgeht und angenommen wird. Das ist ein großartiges Gefühl!

Der Berlinale Palast als Arbeitsplatz? Klingt toll! Welche Rolle spielt der Potsdamer Platz für die Berlinale und auch für Sie persönlich?
Am Potsdamer Platz ist das Zentrum des Festivals. Hier schlägt das Herz der Berlinale. Hier übernachten die größten Fans vor dem Ticketverkauf in den Shopping Arkaden, um sich die besten Tickets zu sichern. Die Infrastruktur ist sehr gut und auch wir wissen mittlerweile um all die vielfältigen Möglichkeiten hier. Alle Locations und Außenflächen, die zur Verfügung stehen, wie beispielsweise der Marlene-Dietrich Platz oder das Café im Panoramapunkt, werden von uns und unseren Partnern gern genutzt. Die sehr gute Verkehrsanbindung, auch in der Nacht, ist natürlich ebenfalls ein Riesenvorteil. Und auch wenn der Potsdamer Platz nicht zu jederzeit bei allen beliebt war, so hat er sich doch entwickelt und hat seine Stärken. Ich denke, das ist der Grund weshalb er mittlerweile so gut angenommen wird. Die Kino- und Kulturlandschaft hier vor Ort tut natürlich ihr Übriges. Die Berlinale ist nicht das einzige Highlight am Potsdamer Platz. Durch das ganze Jahr hindurch finden hier verschiedene Events und kulturelle Angebote für die unterschiedlichsten Zielgruppen statt.
Ich arbeite am Potsdamer Platz und weil ich meine Arbeit liebe, bin ich natürlich auch gern hier. In meinen Pausen weiß ich es zu schätzen, dass die Wege am Potsdamer Platz so schön kurz sind. Auch privat verbringe ich gern Zeit hier und nutze die vielfältigen Angebote, allen voran natürlich die Kinos und die Shopping Arkaden.

Schön, dass Sie sich hier so wohl fühlen. Es hört sich ganz so an, als hätten Sie Ihren Traumjob gefunden.
(Lächelt) Ja, auf jeden Fall!

Sie erleben sicher jedes Jahr faszinierende und spannende Geschichten. Gibt es vielleicht die eine oder andere Anekdote, die Sie mit unseren Lesern teilen möchten?
Natürlich! Es sind jedes Jahr die vielen kleinen Momente und Überraschungen, die das Festival so großartig machen. Wenn einem im Aufzug plötzlich die gesamte Internationale Jury begegnet, bleibt das natürlich in Erinnerung. Oder wenn sich während des Festivals plötzlich Pierce Brosnan an meinen Tisch setzt und sagt: „Hi, I’m Pierce.“, und ich einfach nur denke „I know!“, dann ist das einer dieser Momente, der die Berlinale so besonders macht.

Stimmt, das klingt herrlich! Vielen Dank für das tolle Gespräch und die interessanten Einblicke. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und vor allem viel Spaß auf der Berlinale 2017!

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Mit Kathrin Schafroth im Panorama Café am Potsdamer Platz