PLATZWAHL: BLUE MAN PLACE

Seit 13 Jahren arbeitet Pete Starrett bei der Blue Man Group in Berlin und tritt auch selbst als Blauer Mann am Potsdamer Platz auf. Der Amerikaner kennt sich also mit den vielen Geschäften und Restaurants hier bestens aus. „Die Kunst ist es, Nischen, also kleine nette Orte, zu finden“, sagt Starrett. Hier verrät er die Ergebnisse seiner Suche:
pete-starrettTilla-Durieux-Park:
Wer zu früh kommt, den belohnt das Leben. Entdeckt habe er die „Kippwiese“ als er einmal zu früh zur Arbeit kam und sich dort in die Sonne gesetzt hat, sagt Pete Starrett. Was der Amerikaner als „Kippwiese“ – also eine gekippte Wiese – bezeichnet, ist der Tilla-Durieux-Park. Wobei die Bezeichnung „Park“ für den 30 Meter schmalen, schräg ansteigenden Grünstreifen tatsächlich etwas übertrieben scheint. Aber Größe ist in diesem Falle wirklich nicht alles: Aus gutem Grund wird der Tilla-Durieux-Park von seinen Liebhabern als „überdimensionales Rasenkissen“ oder „immenses städtisches Sofa“ bezeichnet. Seit Starretts Entdeckung finden hier bei gutem Wetter Meetings der Blue Men statt und der künstlerische Leiter genießt seine Pausen im Grünen.
Verläuft vom Potsdamer Platz nach Süden bis zum Landwehrkanal
pete-starrettSalumeria Pizza Pasta:
Simpel, aber gut sind die Gerichte, die es bei dem Italiener im Untergeschoss der Potsdamer Platz Shopping Arkaden gibt. Typisch italienisch stehen die Regale voller Olivenölflaschen und die Salami in der Auslage sind so dick wie Unterarme. „Die Focaccia wird immer frisch gemacht“, lobt Starrett sein Lieblingsgericht bei „Salumeria Pizza Pasta“. Die Italienerin hinter dem Verkaufstresen wickelt für 4,50 Euro Mozzarella, Schinken, Rucola und Tomate in einen dünnen Pizzaboden und gibt nur etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer hinzu. Einfach lecker.
Potsdamer Platz Shopping Arkaden
pete-starrettThe Coffee Shop:
Ja, Pete Starrett ist hier offensichtlich häufiger Gast. Das merkt man an der Begrüßung der Bedienung: „Doppelter Caffé Mocha?“, fragt sie. „Hier gibt es den besten Kaffee am Potsdamer Platz“, ist sich Starrett sicher, weshalb er sich täglich einen Becher holt – wenn es schnell gehen soll, einen Espresso Macchiato. Die Mini-Kette „The Coffee Shop“ stammt aus Berlin und hat noch zwei weitere Filialen in der Hauptstadt sowie eine in Hamburg. Alle werden von einer Traditionsrösterei in Oslo mit einer speziellen Bohnenmischung versorgt. Erst vor einem Jahr zog „The Coffee Shop“ ins Weinhaus Huth ein – und ist seitdem eine nette, kleine Abwechslung zu den Starbucks und Balzacs.
Alte Potsdamer Straße 5
pete-starrettLindner:
Hier kauft Pete Starrett regelmäßig ein „Pain Tourné“. Mit der französischen Weißbrotspezialität konnte er sogar einen Blue-Man-Kollegen beeindrucken – und zwar nicht irgendeinen, es war ein Franzose. „Als ich ihm von dem tollen Brot erzählt habe, war er natürlich skeptisch.“ Kein Berliner Unternehmen könne ein so gutes Pain Tourné machen, wie ein Bäcker in seiner Heimat, der Heimat der Gourmets. „Nachdem er das Brot probiert hatte, kam er zu mir und meinte, es sei wirklich gut gewesen.“ Ein großes Lob, wenn man weiß, von wem es kommt.
Alte Potsdamer Straße 7
Sushi Express:
Unter der Woche zwischen 12 und 15 Uhr muss man hier reservieren. Zum einen, weil das kleine Restaurant von Nguyen Hoang Phuc nur 30 Plätze hat, zum anderen, weil zu dieser Zeit die Geschäftsleute an die Fischröllchen drängen. In den hektischen drei Stunden des Tages hilft deshalb ein Laufband, die Maki, Nigiri oder Sashimi schnell zu den hungrigen Gästen zu bringen. Dabei ist der „Sushi Express“ gar nicht leicht zu finden. Er liegt versteckt in der unterirdischen Passage „Passerelle“, die vom Sony Center zur S-Bahn Potsdamer Platz führt. „Es ist einfach das beste Sushi am Platz und der Service ist auch noch nett.“ Was will man mehr?
Potsdamer Platz 2

Text: Sandra Winkler | Fotos: Dirk Scharper